Coaching und Guidance Persönlichkeitsentwicklung

Coaching und Guidance gehören für mich zu den grundlegendsten Methoden jeder Aus- und Weiterbildung. Beide Methoden unterstützen den Lernenden, sich neues Wissen, neue Fertigkeiten (neue Aufgaben bei einer neuen Rolle/Funktion) oder sich neue Verhaltensweisen (z. B. Verbesserung der sozialen Kompetenz) anzueignen. Als Trainer ist es dabei meine Rolle, dem Lernenden Rückhalt und Orientierung zu geben, damit er die Aus- oder Weiterbildung erfolgreich bewältigen kann.

Keywords: Vision – Goal-Setting – Skills – Strengths – Self-efficacy – Self-Concept – Self-regulated LearningEmotion – Motivation – Personal Development – Social Support – Communication


Phase 1: Von der Vision zum Plan

Damit Coaching und Guidance pädagogisch und effektiv sein können, sind einige Punkte bei den Vorbereitungen maßgebend. Die Person oder die Gruppe hat meistens eine Vision, ein Ziel, das sie erreichen will. Aber wie die Person/Gruppe ihr Ziel erreichen will, ist meistens unklar. Meine Rolle als Coach ist es mit Hilfe mehrerer Gespräche, die Person/Gruppe zu ermutigen, die ersten Schritte von der Vision zu einem Plan zu machen. Fragen, die ich in diesen Sitzungen stelle, sind unter anderem folgende:

  1. Was genau möchte die Person/Gruppe mit Hilfe des Coachings erreichen?
    • Wieso ist es für die Person/Gruppe wichtig dieses spezifische Ziel zu erreichen?
    • Sind es Fertigkeiten (berufsbezogenen, kommunikationsmässige, self-management, soziale) die die Person/Gruppe verbessern oder lernen will?
    • Was verspricht sich die Person/Gruppe in ihrem Berufsleben/Alltag wenn sie ihr spezifisches Ziel erreicht hat?
    • Wieso ist es notwendig, sich zu verändern? Was spricht dafür/dagegen?
  2. Wie kann ich als Coach/Betreuer die Person/Gruppe dabei unterstützen, ihre spezifischen Ziele zu erreichen?
    • Wie können/sollen wir zusammenarbeiten, damit das Coaching erfolgreich sein kann? Was versteht die Person/Gruppe als erfolgreich?
    • Was erwartet sich die Person/Gruppe von mir als Coach/Betreuer?
    • Was kann ich als Coach/Betreuer von der Person/Gruppe erwarten? Wie wird die Person/Gruppe Verantwortung zeigen, ihr Ziel/Vision zu erreichen?
    • Welche Ressourcen braucht die Person/Gruppe, damit sie das spezifische Ziel erreichen oder die Vision realisieren kann?
  3. Wie werden wir mit schwierigen/herausfordernden Situationen umgehen?
    • Was betrachtet die Person/Gruppe als herausfordernd?
    • Was machen wir wenn es Probleme während des Coachings gibt?

Die wichtigsten Punkte dieser ersten Gespräche werden in einem Dokument schriftlich festgehalten. Ein Plan entsteht, wie die Vision oder das Ziel realisiert werden kann. Desöfteren konnte ich hier ein anfängliches Zögern bei den Studierenden an der Universität Karlstad feststellen, da sie oft mehr Probleme als Möglichkeiten sehen, ihr Ziel zu erreichen. In dieser Phase ist es besonders wichtig, die Personen zu unterstützen und mit ihnen daran zu arbeiten, nicht nur Willenskraft (engl. willpower) sondern auch Handlungskraft (engl. waypower) für die Umsetzung ihres Plans zu entwickeln.


Phase 2: Vom Plan zur Tat

In der nächsten Phase geht es darum, den Plan in die Tat umzusetzen. Ein wichtiger Punkt zu Anfang dieser Phase ist es, die Ziele in konkrete, attraktive und messbare Teilziele umzusetzen. Bei den Gesprächen rund um die Ziele und Teilziele geht es auch darum, dass die Personen erkennen, was erreichbare und was unerreichbare Ziele sind. Was erreichbar ist, hängt natürlich nicht nur von der Vorkenntnissen und Erfahrungen der Person ab, sondern auch an ihrer Bereitwilligkeit, Neues zu lernen um eine Weiterentwicklung möglich zu machen.

In dieser Hinsich ist es auch wichtig, dass sich die Person/Personen überlegen, welche Ressourcen nötig sind, die Teilziele zu erreichen. Bei den Ressourcen handelt es sich nicht nur um nötige Informationen oder Fertigkeiten, sondern auch darum, immer wieder die Unterstützung von Freunden, Familienmitgliedern, Lehrern oder anderen Menschen bei der Realiserung der Vision zu suchen. Es ist auch wichtig, mit der Person/Gruppe über vergangene Herausforderungen zu sprechen und welche Fähigkeiten, Stärken und Talente ihnen damals geholfen haben, die Herausforderung erfolgreich zu meistern. Dies ist wichtig, damit nicht nur die Probleme mit der jetzigem Erreichen des Ziels gesehen werden, sondern dass die Person sich durch die früheren Erfolge ihrer Selbstwirksamkeit bewusst wird.

In dieser Phase habe ich mit den Studierenden an der Universität Karlstad auch immer wieder auf die Unterrichtsthemen wie Motivation, Emotion, Engagement, Kommunikation (siehe dazu + Schulungen in psychologischer Kompetenz) zurückgegriffen. Das ermöglichte mir, die Theorien nochmal aus der “er – und gelebten” Perspektive der Studierenden, diese zu diskutieren. Ich konnte beobachten, wie sich durch das eigene Erleben das Verständnis wie Theorien uns helfen, die Wirklichkeit zu verstehen, bei den Studierenden wuchs.

Natürlich wird es in dieser Phase auch immer wieder Rückschläge für die Person/Gruppe geben. Hier ist es meine Aufgabe, vorurteilsfrei und offen auf die Emotionen und Gedanken einzugehen und mit ihnen zu besprechen, was schief gelaufen ist, wieso und was wir aus dem Rückschlag lernen können. Bei den Studierenden an der Universität Karlstad konnte ich beobachten, wie die Rückschläge und die darauf folgenden Gespräche zu einem besseren Verständnis für sich selbst und wie der Plan noch besser umgesetzt werden soll, führten.


Phase 3, die keine Phase mehr ist, sondern ein Moment!

Das Ziel ist erreicht: Die Person/Gruppe hat trotz Rückschlägen, Zögerns, Frustration und anderen Emotionen, ihren Weg gefunden, das Ziel zu erreichen oder die Vision zu realisieren. Herzlichen Glückwunsch!

Meistens haben die Menschen, die ich betreut haben, schon ihre nächste Vision, ihr nächstes Ziel vor Augen. In manchen Fällen beginnt damit ein neues Coaching.

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Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, dann schreiben Sie mir. Ich freue mich auf konstruktive Fragen und/oder Feedback.

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