Organisationsdiagnose

Welche Vorteile hat eine Organisationsdiagnose? Welche Diagnoseverfahren gibt es? Wie kann eine Organisationsdiagnose konkret ausgeformt sein?

Keywords: Organisational analysis – Quantitative methods – Qualitative methods

Vorteile

Eine Organisationsdiagnose aus psychologischer Perspektive bietet die Möglichkeit, Erkenntnisse über das Erleben und Verhalten der Organisationsmitglieder zu erhalten, um mit Hilfe dieser Erkenntnisse, die Organisation und ihre Mitglieder weiterzuentwickeln und so auf zukünftige Aufgaben und Herausforderungen vorzubereiten.


Diagnoseverfahren

Durch meine Arbeit an der Universität Karlstad (SE) habe ich die zwei grundlegenden Diagnoseverfahren die bei psychologischen Organisationsentwicklungen zur Anwendung kommen, kennengelernt, praktiziert und auch unterrichtet. Welches Diagnoseverfahren zur Anwendung kommt, bestimmt die Fragestellung. Die Fragestellung wird zusammen mit der Geschäftsführung und anderen Zielgruppen erarbeitet.

Modellorientierte (=quantitative) Diagnoseverfahren

Fragestellungen die mit diesem Diagnoseverfahren untersucht werden können, sind Fragestellungen die Zusammenhänge oder Unterschiede im Erleben und Verhalten untersuchen. Das Erleben und Verhalten wird meistens mittels psychologischer Tests und Fragebögen ermittelt und anschliessend statistisch analysiert. Die Tests und Fragebögen basieren auf theoretischen Annahmen über das Erleben und Verhalten von Menschen in Organisationen. Nach der statistischen Diagnose werden die Ergebnisse mit Hilfe der in den Tests/Fragebögen applizierten Theorien interpretiert um aussagekräftige und gültige Schlüsse ziehen zu können.

Ich habe mit verschiedenen validierten psychologischen Tests und Fragebögen in Organisationsdiagnosen gearbeitet. Ich habe auch Erfahrung darin, psychologische Tests und Fragenbögen für Organisationsanalysen unter Reliabilitets- und Validitetsaspekten selbst zu entwickeln, anzuwenden, statistisch zu analysieren und das statistische Resultat zu interpretieren.

Fallorientierte (=qualitative) Diagnoseverfahren

Fallorientierte Diagnoseverfahren gehen von der Fragestellung aus, wie Menschen ihre Arbeits- oder Lebenssituation erleben. Das Resultat der Diagnose wird erst nach dem Einsammeln der Daten (durch Interviews oder Fokusgruppen) mithilfe psychologischer Theorien interpretiert um aussagekräftige und gültige Schlüsse ziehen zu können.

Für Organisationsdiagnosen habe ich Interviews (einzeln, Fokusgruppen) geführt, die Daten mit Hilfe qualitativer Analysemethoden analysiert und das Resultat dieser Analysen interpretiert.


Hands-on Beispiel: Fallorientierte Diagnose

Bild 1. Four walls don’t make a home. An explorative study on expatriates’ experience of living in Sweden while accommodated at an Extended stay-hotel (Friedl, 2017).

Kontext

Für eine Hotelkette in Schweden habe ich eine fallorientierte Diagnose durchgeführt. Die Hotelkette hat sich auf den Langzeitaufenthalt von Gästen spezialisiert. Besonders Expatriaten benutzen diese Möglichkeit sehr gerne während ihres Auslandsaufenthaltes.

Zweck

Die Geschäftsführung der Hotelkette wollte wissen, wie die Expatriaten ihren Hotelaufenthalt erleben und wie sie mit ihrer besonderen Lebenssituation zurechtkommen. Ziel der Analyse war es, mit Hilfe des Ergebnisses konkrete Massnahmen bzw. Veränderungen im Hotel durchführen zu können, die den Aufenthalt der Gäste verbesserten.

Ergebnis

Das Ergebnis der Diagnose zeigte auf, dass Expatriaten, die ihre Familie dabei haben, den Hotel- und Auslandsaufenthalt anders erleben, als alleinstehende oder Expatriaten ohne Familie. Mit Hilfe der Diagnose konnte die Geschäftsführung wertvolle Erkenntnisse gewinnen, wie sie die physische und soziale Hotelumgebung gestalten kann, um das Wohlbefinden ihrer Gäste zu verbessern. Durch die Diagnose konnten auch Erkenntnisse für die Arbeitgeber der Expatriaten gewonnen werden, wie sie ihre Angestellten besser auf den Auslandsaufenthalt und seine Herausforderungen vorbereiten können.

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Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, dann schreiben Sie mir. Ich freue mich auf konstruktive Fragen und/oder Feedback.

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