Schulungen in psychologischer Kompetenz

Welche Vorteile (#1) hat es für den Einzelen als auch für die gesamte Organisation, die psychologische Kompetenz (engl. psychological literacy) des einzelnen Mitarbeiters zu fördern? In welchen Themenbereichen (#2) biete ich Schulungen an, die die psychologische Kompetenz verbessern? Was sind grundlegende Komponenten (#3) bei der Durchführung von pädagogischen und effektiven Schulungen?

Keywords: Active Learning Classroom (ALS) – Blended Learning – Psychological Literacy – Self-regulated Learning – Meaningful Learning – Learning Strategies – Inclusive Teaching


Vorteile psychologischer Kompetenz

Die meisten Menschen haben schon mal Situationen erlebt, in denen ihre Fähigkeiten und Erfahrungen nicht ausgereicht haben, um eine Situation oder Herausforderung zu verstehen und folglich erfolgreich zu bemeistern.

Schulungen in psychologischer Kompetenz (engl. psychological literacy) geben Menschen die Möglichkeit, sich selbst, andere und Situationen mit Hilfe psychologischem Wissens besser zu verstehen. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, persönliche, berufliche und gesellschaftliche Ziele effizienter erreichen zu können.

Vorteile für den Einzelnen

Eine verbesserte psychologische Kompetenz kann sich darin äussern, dass der Einzelne besser versteht, wie er denkt und Probleme löst, wie er Gefühle reguliert und adäquat im Gespräch ausdrücken kann, eigene Bedürfnisse erkennt, was ihn motiviert und wie man am effektivsten lernt. Wissen darüber, wie ich als Mensch in unterschiedlichen Situationen denke, fühle und handle, wirkt sich positiv auf das eigene Leistungsvermögen und das eigene Wohlbefinden aus und ermutigt auch, sich weiterzuentwickeln zu wollen.

Vorteile für Organisationen

Eine verbesserte psychologisch Kompetenz hat auch viele positive Einflüsse auf das soziale Umfeld, wie Familie, Arbeit und Freizeit. Beziehungen verbessern sich durch ein besseres Selbstverständnis und eine bessere Selbsteinschätzung. Durch das Verstehen welche Faktoren eine gute und effektive Zusammenarbeit fördern, verbesserte Gesprächsfertigkeiten, sowie Einsicht wie andere Menschen denken, fühlen und handeln können, können positive Auswirkungen auf die Partizipation, Kooperation und Gruppendynamik haben, was sich wiederum positiv auf das Betriebsklima auswirken kann.

Meine Schulungen in psychologischer Kompetenz entwickeln und fördern (Auswahl):
  • Psychologisches Wissen über wie Menschen denken, fühlen und handeln
  • Fähigkeiten, wie
    • Kritisches, selbstreflektierendes und lösungsorientierentes Denken und Handeln
    • Gesprächsfähigkeiten
    • Erreichbare Ziele setzen und diese zu verwirklichen
    • Gute, effektive Zusammenarbeit in Teams
  • Werte und Einstellungen, wie
    • Identität und Selbstbild
      • Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit, Selbsteinschätzung
    • Verständnis für und Respekt vor sich selbst und anderen

Themenbereiche

Während meiner Tätigkeit als Universitätslehrerin an der Universität Karlstad (SE) habe ich mit verschiedensten psychologischen Themenbereichen gearbeitet um die psychologische Kompetenz von mehr als 1200 Studierenden zu fördern.

Wie Sie sehen werden, sind die meisten Themen und die zugehörigen Fragestellungen alltägliche Themen mit denen wir uns immer wieder inm Laufe unseres Lebens beschäftigen. Die psychologische Forschung hat auf diese Fragen spannende und weiterhelfende Antworten, die ich Ihnen in Form von Vorlesungen, Seminaren, Workshops oder Kursen präsentieren kann:

Grundlagen der Psychologie (Auswahl)
  1. Was ist Psychologie? Eine Introduktion zu unterschiedlichen psychologischen Perspektiven und wie sie menschlisches Verhalten erklären
  2. Grundlagen des menschlichen Verhaltens, Denkens und Fühlens:
    • Wahrnehmung/Perzeption: Wie erfassen wir die Welt und machen sie für uns verständlich? Wie hilft uns das Wissen wie wir die Welt wahrnehmen, bei der Gestaltung von Aufgaben, Prozessen, Gebrauchsgegenständen?
    • Denken: Wie denken wir und lösen Probleme? Welche Denkfehler machen wir und wie beinflussen sie unsere Entscheidungen und Handeln?
    • Motivation: Was ist Motivation und welche Faktoren spielen eine Rolle, ob wir motiviert sind oder nicht?
    • Emotion: Was sind Emotionen und welche Rolle spielen sie für unser Denken und Verhalten?
    • Lernen und Gedächtnis: Wie lernen wir und wie können wir unser Lernen und Gedächtnis verbessern?
  3. Grundlagen der menschlichen Kommunikation: Was ist Kommunikation und welche Faktoren spielen eine Rolle, ob wir gut kommunizieren können?
    • Kommunikationstheorien und -modelle
    • Gesprächsfertigkeiten:
      • Aktives Zuhören: Wie kann ich zuhören damit es für die Interaktion/Beziehung förderlich ist?
      • Feedback geben: Welche Formen von Feedback gibt es, wie beeinflusst Feedback Kommunikation und wann ist Feedback förderlich?
      • Fragen stellen: Wie stelle ich Fragen, die ein Gespräch in Gang halten, die für die Interaktion/Beziehung förderlich sind und die mir auch an Informationen reiche Antworten geben?
      • Klar und deutlich kommunizieren: Wie vermittle ich was ich will, was ich brauche, was mich stört, auf eine für die Interaktion/Beziehung konstruktive Art und Weise?
      • Nichtverbale Kommunikation: Welche Formen von nichtverbaler Kommunikation gibt es und wie beeinflussen sie die Interaktion/Beziehung?
      • Kommunikation und Emotionen: Wie drücke ich in Gesprächen meine Gefühle adäquat aus?
Weiterführendes Wissen (Auswahl)
  1. Psychologie der Organisationen
    • Gruppenpsychologie
      • Grundlagen (Perspektiven und theoretische Ansätze)
      • Themengebiete:
        • Teamentwicklung: Welche Faktoren und Prozesse fördern eine effektive Zusammenarbeit in Arbeitsgruppen?
    • Organisationspsychologie
      • Grundlagen (Perspektiven und theoretische Ansätze) Themengebiete:
      • Organisationsveränderung: Wie reagieren wir, wenn unsere Organisation sich verändert?
    • Arbeitspsychologie
      • Grundlagen (Perspektiven und theoretische Ansätze)
      • Themengebiete:
        • Kompetenz: Was ist Kompetenz und wie kann ich sie sichtbar machen? Wieso sind manche Menschen sehr gut darin was sie in ihrer Arbeit machen und andere haben Probleme?
        • Nachhaltigkeit: Wie kann die Arbeit besser an den Einzelnen angepasst werden, damit der Einzelne sich wohlfühlt, gesund und somit auch leistungsfähig bleibt?
        • Technologie, Digitalisierung und Arbeit 4.0: Welche Aspekte der Arbeit werden durch die Digitaliserung von (Arbeits-)Prozessen beeinflusst und welche psychologischen Auswirkungen kann dies haben? Wie kann Arbeit nachhaltig gestaltet werden?
        • Persönlichkeit: Spielt es eine Rolle für meine Arbeit wie ich bin?
        • Motivation: Wieso sind manche Menschen motivierter als andere in ihrer Arbeit?
        • Arbeitsengagement: Spielt es eine Rolle ob ich engagiert und zufrieden bin in meiner Arbeit?
  2. Psychologie der Führung
    • Grundlagen (Perspektiven und theoretische Ansätze) Themengebiete:
      • Leadership und Persönlichkeit: Ist meine Persönlichkeit wirklich massgeblich damit ich eine effektive Führungskraft werden kann?
      • Team Leadership: Wie unterstütze ich mein Team darin excellente Leistungen bei gleichzeitig gutem Teamklima zu erbringen?
      • Identität, Qualität der Beziehungen und Kontext: Welche Rolle spielen diese drei Faktoren in einer effektiven Führung?
  3. Kommunikation in Organisationen
    • Kommunikationsmodelle und -strukturen, sowie Kommunikationsprozesse, deren Funktion und Rolle für das Individuum, die Gruppe und die Organisation im Ganzen , z. B
      • Arbeitsteams: Welche Kommunikationsstrukturen und -prozesse fördern eine effektive Zusammenarbeit in multidisziplinäre Arbeitsgruppen? Welche Strategien und Gesprächsfertigkeiten sind hier konstruktiv/förderlich?
      • Partizipation: Wie schaffe ich Partizipation und Empowerment mit Hilfe von Kommunikationsstrukturen in Organisationen? Welche Strategien und Gesprächsfertigkeiten sind konstruktiv/förderlich?
      • Beziehungen aufbauen und pflegen: Wie kann ich mit Kunden, Mitarbeitern und anderen für die Organisation relevanten Personen kommunizieren, so dass sich diese Personen wohlfühlen und eine konstruktive (professionelle) Beziehung aufgebaut wird? Welche Strategien und Gesprächsfertigkeiten sind konstruktiv/förderlich?
      • Interkulturelle Kommunikation: Welche Strategien und Gesprächsfertigkeiten sind konstruktiv/förderlich?
      • Mitarbeitergespräche: Welche Strategien und Gesprächsfertigkeiten sind konstruktiv/förderlich?
  4. Umweltpsychologie: Welchen Beitrag kann Psychologie zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten?
    • Wieso ist Psychologie für eine nachhaltige Entwicklung wichtig?
    • Wie kann umweltschädliches bzw. umweltfreundliches mit Hilfe der Psychologie erklärt werden?
    • Wie können Menschen mit Hilfe der Psychologie ermutigt und unterstützt werden, umweltfreundlich und nachhaltig zu handeln? Faktoren, Bedingungen, Strategien.

Grundlegendes zu pädagogischen und effektiven Schulungen

Die Veränderungen der Arbeitswelt, die durch Fortschritte in der Technologie und Informationsverarbeitung aber auch mit der Globalisierung zusammenhängen, verändern auch die Anforderungen die an die einzelne Person in der Arbeitswelt gestellt werden. Oft ist in diesem Kontext die Rede davon, dass der Einzelne mehr Verantwortung übernehmen soll um dadurch grössere Handlungsfreiheit zu haben um die ihm gestellten und komplexeren Aufgaben in der digitalen und globalisierten Welt lösen zu können. Das erfordert mehr Selbständigkeit vom Einzelnen und stellt meiner Meinung nach auch andere Forderungen an wie Schulungen, speziell die der Förderung der psychologischen Kompetenz dienen, durchgeführt werden.

Für mich bedeutet dass, dass ich in meinen Schulungen Bedingungen schaffen muss, die es ermöglichen, dass der Einzelne selbständig wird/ist in seinem Lernen. Erst dann sind Schulungen oder auch Trainings pädagogisch und effektiv.

Selbständiges Lernen

Selbständiges Lernen bedeutet für mich, dass:

  • es nicht ausreicht, dass der Lernende nur gewisse Handgriffe oder Arbeitsabläufe lernt, sondern dass er lernen muss, wie man Probleme identifiziert und wie man diese Probleme nach verschiedenen Gesichtspunkten bewerten kann. Ausserdem muss der Lernende lernen, wie man verschiedene Lösungen für ein Problem finden kann und er muss lernen, diese Lösungen nach den Konsequenzen zu bewerten, was diese für das Individuum, das Team, die Organisation oder die Gesellschaft haben können.
  • es wichtig ist zu verstehen, dass Menschen Probleme aufgrund ihres Verständnisses für eine Situation identifizieren, bewerten und lösen. Je nach Verständnis der Situation, ergeben sich somit unterschiedliche Probleme, Bewertungen und Lösungen. Der Lernende muss lernen, mit dieser Vielfalt an Möglichkeiten konstruktiv umzugehen.

Diese Überlegungen habe ich im Aufbau und im Unterricht meiner Schulungen einbezogen. Eine schematische Darstellung finden Sie in Bild 1 unten und eine Vertiefung des Themas wie man effektive Schulungsstrukturen, unabhängig ob es sich um Aus- und Weiterbildung oder Trainings für die Personalentwicklung handelt, unter dem Thema + Konzeption Schulungsstrukturen.

Bild 1. Schematischer Aufbau und Inhalt von Schulungen ((c) J. Friedl).

Damit selbständiges Lernen gelingen kann und der Lernende dies als sinnvoll und für seine Entwicklung förderlich ansieht, muss ich als Lehrer, Voraussetzungen schaffen.

Drei Voraussetzungen für sinnvolles, selbständiges Lernen

  1. Einen konkreten aber variationsreichen Ausbildungsweg mit konkreten Zielen basierend auf klar verständlichen Grundlagen zu schaffen und aufrechtzuerhalten (siehe dazu + Konzeption Schulungsstrukturen),
  2. Immer auch zwei Perspektiven gleichzeitig einnehmen zu können:
    • Die Perspektive aus der Sicht des Lernenden: ihm die Freude und Motivation am gewählten Training, Fach, Kurs, Studium, oder Lehrberuf immer wieder geben zu können, und
    • Die Perspektive aus der Sicht des Ausbilders: das Lernen und die Entwicklung des Auszubildenden immer im Fokus zu haben, und
  3. Dass der Lernende versteht, was Lernen bedeutet und wie man darin besser werden kann.

Betreffend des zweitens Punktes in obiger Auflistung: Oft ist der Fokus bei Schulungen und Trainings auf den Lehrer/Ausbilder, was dieser sagt und tut, d. h. die Perspektive aus der Sicht des Lernenden verschwindet. Damit diese Perspektive zum Tragen kommt, und der Einzelnen in sein Lernen aktiv involviert ist, gibt es verschiedenen Möglichkeiten. Eine davon ist, den Einzelnen immer wieder aufzufordern, sein Wissen anzuwenden, zu kontrollieren und zu verbessern. Das sind meistens Aufgaben und Übungen die ich in jeder Schulung integriert habe.


Hands-on-Beispiel 1: Gesprächsfertigkeit

Im folgenden ein Beispiel einer Übung aus dem Themenbereich Gesprächsfertigkeiten. Ein Grund für Missverständnisse zwischen Gesprächspartner kann sein, dass wir voreilige Schlüsse aufgrund unserer Auffassung (Perzeption) von einem anderen Menschen ziehen. Solche Aussagen erzeugen oft eine Abwehrreaktion in unserem Gesprächspartner (siehe Bild 2 unten).

Bild 2. Illustration zur Übung Perception Checking ((c) J. Friedl).

Die Aufgabe für die Studierenden an der Universität Karlstad war, in mehreren Gesprächen zu üben:

  • Wie ich Missverständnisse und für das Gespräch hinderliche Emotionen vermeiden kann, sowie
  • Wie fasse ich meine Interpetation meiner Auffassung in Worte?

Mit Hilfe der Gesprächsfertigkeit Perception Checking (Hansen et al., 2002) können Auffassungen für das Gespräch konstruktiv geteilt werden.

Zum Beispiel könnte Colin im Bild 2 oben anstelle von “Was ist lost mit dir?” zu Emily sagen:

“Du hast gesagt, dass du meine Lösung gut findest (Verhalten der anderen Person wird beschrieben), aber etwas in deiner Stimme gibt mir zu Denken, dass du vielleicht doch nicht meine Lösung gut findest (erste Interpretation des Verhaltens wird genannt). Vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein (zweite Interpretation des Verhaltens wird genannt). Wie denkst du wirklich über meine Arbeit?

Hands-on-Beispiele 2 und 3

Aufgaben können formativer (also bildender) aber auch summativer Natur sein. Ein Beispiel wie ich Lernen gestaltet habe, in denen der Lernende selbständig und aktiv involviert ist in seinem Wissenserwerb, sowie Lernen als sinnvolle, bereichernde Beschäftigung auffasst, sind folgende Aufgabenstellungen:


Beim dritten Punkt in der Aufzählung Voraussetzungen für sinnvolles, selbständiges Lernen ist es wichtig, den Einzelen au unterstützen, seine Lernstrategien zu verbessern und richtig anzuwenden. Hierzu habe ich (oft) abstrakte Forschungsergebnisse über effektives Lernen in leicht verständliche Formate gebracht. Zum Beispiel habe ich im folgenden Videoclip für die Erstsemester Tips gegeben, wie sie Strukturen in ihrem Alltag schaffen können, damit sie gut lernen können und sich wohlfühlen.

Videoclip 1. Ein kurzer Film der beschreibt was maßgeblich ist, um als Student Erfolg zu haben (in schwedisch).

Mit Hilfe des kurzen Videoclips, Unterricht über Lernstrategien und einer Kursstruktur (siehe Bild 1 oben als Beispiel) die berücksichtigt, wie der Mensch am Besten lernt, konnte ich so auch im Unterricht immer wieder das Lernen an sich mit den Studierenden über ihre Erfahrungen, ihre Fort- und Rückschritte, ihre Gefühle und Gedanken diskutieren.

Ich konnte beobachten, wie viele Studierende in meinen Kursen an der Universität Karlstad, die dem selbständigen Lernen zögerlich und fast misstrauisch gegenüberstanden, durch meine Führung (siehe auch + Coaching und Guidance) immer mehr Agenten ihres eigenen Lernens wurden. Sie entwickelten dabei auch einen Enthusiasmus und eine gute Selbsteinschätzung was wiederum positive Effekte auf ihre Selbstwirksamkeit hatte. Dies führte dazu, dass sie effektiver lernten was sich in ihren Resultaten und in ihren Kursbewertungen, dass meine Kurse pädagogisch aufgebaut und durchgeführt wurden, widerspiegelte.

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Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, dann schreiben Sie mir. Ich freue mich auf konstruktive Fragen und/oder Feedback.

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